Reise blog von Travellerspoint

Nam

sunny 29 °C

Blog der dreiundzwanzigste

(ein Bildli hat doch noch geklappt)

Ihre Kleider sind nicht mehr die neusten und auch nicht wirklich sauber. Aber das Strahlen auf Ihrem Gesicht macht dies bei Weitem wett. Zum ersten Mal an diesem Tag - es ist ja auch erst 7:45 Uhr - werden wir gefragt, ob wir Armreife aus Bast kaufen möchten (10 Stück für einen Dollar), Postkarten (auch zehn Stück für einen Dollar) oder ein Buch über Angkor, die Roten Khmer, einen Erlebnisbericht aus der Ära Pol Pots,...

Als wir dankend verneinen, fragt uns Nam, woher wir seien. "We are from Switzerland". Wie aus der Kanone geschossen sagt sie in ausgezeichnetem Englisch: "Capital Bern, your country has four languages, French, German, Italian and Rumantsch". Und dann zählt sie auf Deutsch von eins bis zehn. Etwas perplex schauen wir sie an und fragen, woher sie das wisse. Aus der Schule, erwidert sie, zählt die Hauptstädte von etlichen anderen europäischen Ländern auf und zählt auf Französisch, Engilsch und Spanisch von eins bis zehn.

Nam ist 10 jährig. Zur Schule geht sie am Nachnmittag. Am Morgen verkauft sie mit ihrer Kollegin Armreife, Postkarten, Bücher und allerlei andere Sachen bei den Tempeln von Angkor, eine halbe Stunde mit dem Fahrrad von ihrem Zuhause entfernt. Und hilft somit wohl, das Einkommen der Familie aufzubessern. Nach der Schule geht sie in den Englischunterricht, in eine Privatschule.

Nam
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Nam ist kein Einzelfall. Überall in Kambodscha sind wir Knaben und Mädchen begegnet, die auf der Strasse ihre Sachen verkaufen. Kommt man etwas ins Gespräch mit ihnen, dann öffnen sich für uns Welten. Die junge Generation der Kambodschaner ist sehr wissbegierig. Vor allem die Kinder sind enorm clever, lernen von den Touristen alles Mögliche, speichern das ab, kombinieren, kontern, wenn man sie abwimmeln will,...

Mich hat dieser Drive, die Motivation und auch das Selbstbewusstsein, das sie ausstrahlen, fasziniert. Im Alter von 8 oder 10 Jahren müssen sie sich in der erwachsenen Welt durchschlagen, müssen Geld verdienen, zur Schule gehen und wohl auch zuhause mithelfen. Und dennoch, sie strahlen eine Zufriedenheit aus, balgen sich untereinander, spielen sich gegenseitig Streiche und haben fast immer ein Lachen im Gesicht.

Es scheint, als ob die Greueltaten der Roten Khmer, das Pol Pot Regime und die ganze Generation Kambodschaner, die ausgelöscht worden ist, für sie Vergangenheit ist - nicht vergessen, aber nicht mehr so präsent wie ihren Eltern. Trotz einer korrupten Regierung, trotz miserablem Bildungs- und Gesundheitssystem tragen diese Kinder eine Zuversicht und eine Lebensfreude in sich, die mich begeistert hat.

Eingestellt von puma_1977 06:50 Archiviert in Kambodscha Tagged backpacking

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