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Kinder der Abfalldeponie

sunny 31 °C

Blog der einundzwanzigste

Nach den sehr entspannten Tagen im Süden von Laos bin ich mittlerweile in Kambodscha angekoemmen. Es ist immer wieder spannend aber auch eine Herausforderung, von einem Land ins nächste weiterzureisen. Da sind einerseits die Einreiseformalitäten (in diesem Fall bedeutete das einen Dollar pro Stempel, der direkt in die Taschen der Grenzbeamten fliesst und den man schlichtweg einfach berappen muss – der Grenzübergang mitten im Nichts lässt einem keine andere Wahl). Da sind die Währung und die Banknoten, an die man sich gewöhnen muss, nachdem man möglichst alles Geld des Ausreiselandes ausgegeben oder gewechselt hat. Da ist die neue Sprache – ich versuche immer, wenigstens Guten Tag, Danke, Bitte, Wassser, WC und die Zahlen zu lernen und da ist die Geschichte des Landes, die sehr viel zum Verständnis der Kultur, der Sehenswürdigkeiten und der Gesellschaft beiträgt.

Zollhäuschen zwischen Laos und Kambodscha
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In Phnom Penh (sprich pnom pen), der Hauptstadt von Kambodscha, habe ich Dank eines Tipps eines Schweizer-Amerikanischen Ehepaars einen eindrücklichen Ausflug unternommen. Etwas abseits der Stadt befindet sich eine riesige Abfalldeponie, wo der ganze Müll der Stadt abgelagert wird. Im 3-Minuten Rhythmus kommen Lastwagen angefahren und leeren ihren Containerinhalt auf die Deponie. Rund herum stehen Dutzende von Leuten, Männer, Frauen, Kinder, die mit einem Metallhaken und einem grossen Plastiksack ausgerüstet sind. Sie durchwühlen den Müll nach irgendetwas Brauchbarem: Pet-Flaschen, Glasflaschen, Metallgegenstände, Plastik,... – alles, was sie verkaufen können und etwas Geld dafür erhalten. Der Anblick dieser Deponie, der Gestank, der teilweise matschige Untergrund, die Hitze (es war an diesem Tag über 30 °C warm) hat mich schockiert. Das ist deren tagtägliche Arbeit, die einzige Verdienstmöglichkeit, eine Arbeit, der auch Kinder nachgehen müssen, um die Familie zu unterstützen!

Arbeitsplatz Abfalldeponie
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Kehrseite davon ist das PSE – die Institution "Pour un sourire d'enfant", die von einem französischen Ehepaar vor rund 15 Jahren ins Leben gerufen worden ist. Das Ehepaar war wie ich auf der Müllhalde und war bei dem Anbilck so tief bewegt, dass sie beschlossen haben, etwas für die Kinder der Deponie zu unternehmen. Heute gehen in dieser Institution 2'000 Kinder zur Schule. Nach neun Jahren Grundschule gibt es die Möglichkeit, sich in 19 Fachrichtungen weiterzubilden, die von Coiffeuse, Bauwesen, Service bis zu Sekretärin reichen. Die Räumilchkeiten sind über ein riesiges Areal verteilt. Nebst den Gebäuden für den Schulunterricht umfasst das Areal ein Sanitätszimmer für die medizinische Grundversorgung, eine riesige Küche für das tagliche Morgen.- und Mittagessen, ein Platz für Turnunterricht, Duschen, Bibliotheken, ein Mediazentrum für die älteren Schüler, Konferenzräume für Lehrer, Gebäude für die Administration usw.

Ausbildungslehrgänge
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Grossküche
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Kinder beim Turnunterricht
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Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass in Kambodscha eine ganze Generation während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer ausgelöscht worden ist. So fehlen Fachkräfte in allen Bereichen. Oftmals kann der Englischlehrer kaum richtig Englisch, doch es gibt keinen besseren Lehrer. So leistet das PSE mit seiner soliden Grund- und Fachausbildung einen wesentilchen Beitrag im sonst eher unterdurchschnittlichen kambodschanischen Schulsystem und ermöglicht seinen Schülern, später gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Eingestellt von puma_1977 21:16 Archiviert in Kambodscha Tagged backpacking

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