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Ebene der Tonkrüge

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Blog der sechszehnte

In einer Hochebene umgeben von 1800 - 2000 m hohen Bergen liegt die Provinzhauptstadt Phonsavan. In der Umgebung von Phonsavan (neue Karte, einfach ohne Weglinien mit meinen Reisezielen unter http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&hl=en&msa=0&ll=18.604601,110.874023&spn=24.526629,46.582031&z=5&msid=104517282748652315385.0004615b09abc68309f53) befinden sich rund 50 Stätten mit krug- oder vasenförmigen Gefässen einer megalithischen Kultur, deren Herkunft und Bedeutung noch ungeklärt sind. Das Alter dieser Gefässe wird auf 2500 bis 3500 Jahre geschätzt. Mit einer geführten Tour habe ich drei dieser Stätten besichtigt. Die Tonkrüge haben mich fasziniert.

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Betroffen war ich aber, von den Auswirkungen des Vietnamkriegs zu erfahren, die hier allgegenwärtig sind. Laos, vor allem dieser Teil des Landes, wurde während des Vietnamkriegs massiv bombardiert. Es gibt kein Land auf der Welt, das pro Kopf betrachtet stärker bombardiert worden ist als Laos. Mit den Bombardements wurde versucht, den Kommunisten in Nordvietnam den Nachschub aus Laos zu unterbinden und den Ho Chi Minh Pfad, auf dem die Nordvietnamesen in den Süden gelangten, abzuriegeln. Ein unmögliches Unterfangen, wenn man sich die Situation vor Ort anschaut. Noch heute, mehr als 30 Jahre nach dem Krieg, befinden sich noch zahlreiche nicht detonierte Sprengkörper im Boden. Man geht davon aus, dass rund 30 % aller Munition nicht explodiert sind. Die ersten vier Stätten der Tonkrüge wurden mit internationaler Hilfe entmint und vor drei Jahren dem Tourismus zugänglich gemacht. Die markierten Wege darf man jedoch weiterhin nicht verlassen.

Markierung, wo der Weg von Minen gesäubert worden ist
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Weitgehend schlimmer präsentiert sich die Situation für die Bevölkerung. Bauern, die auf ihre Felder angewiesen sind und beim Ackern ums Leben kommen. Kinder, die beim Spielen einen metallenen Gegenstand finden, ihn ausgraben und auf brutalste Weise verstümmelt oder mit Granatsplittern verletzt werden, Unfälle beim Strassenbau, da ein undetonierten Sprengkörper getroffen wurde,... - pro Jahr werden rund 100 Verletzte und Tote gemeldet, die Dunkelziffer dürfte viel höher liegen.

So ist die Lebensgrundlage der Bauern in diesem Landesteil stark gefährdet und Armut herrscht vor. Der Handel mit (Alt-)Metall, vor allem mit Vietnam, der heute 2000 kip/kg (rund 25 Rp) einbringt, ist so eine willkommene Einkommensquelle. Den Leuten, v.a. den Kindern, klarzumachen, dass es lebensgefährlich ist, diese Kriegsaltlasten zu berühren oder gar auszugraben und zu verkaufen, klingt in diesem Fall eher höhnisch.

Unverständlich, dass weiterhin Landminen eingesetzt werden und ganze Landstriche bombardiert werden. Die betroffenen leiden Jahrzehnte danach noch, ohne auf Unterstützung oder Wiedergutmachung zählen zu können.

weitere Infos: http://www.maginternational.org/laopdr/

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Eingestellt von puma_1977 22:01 Archiviert in Laos Tagged backpacking

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