Reise blog von Travellerspoint

Laotische Hochzeit

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View Südostasien - Vietnam auf puma_1977's Reise-Karte.

Blog der fünfzehnte

Vor zwei Wochen, am 12. Januar 2009, habe ich Vietnam verlassen und bin auf dem Landweg nach Laos gereist. Der Grenzübergang im Norden bei Dien Bien Phu ist erst seit ein paar Jahren für Touristen offen. Die beiden Zollhäuser stehen 5 km voneinander entfernt zuoberst auf zwei Hügeln, die von bewaldeten Bergen umgeben sind. Zuerst hatte ich ein etwas mulmiges Gefühl, ob ich da auch tatsächlich ein Visum bekommen könnte. Doch das war glücklicherweise kein Problem.

Die anschliessende Fahrt dauerte rund zwei Stunden. Zwei lange Stunden über eine Erd-/ Staubstrasse, auf der einen Seite der Berg, auf der andern ein 200m bis 300m tiefer, steiler Abhang, aber in einer fantastischen Landschaft.

In Muang Khoa angekommen haben Dave und ich das Riverside Guesthouse bezogen. Dave hat mir mit einigen Dongs (der vietnamesischen Währung) am Zollübergang ausgeholfen, ist Amerikaner, 52 und seit rund einem Jahr am reisen. Danach haben wir uns im Ort umgesehen und sind unverhofft auf einer Hochzeitsfeier gelandet. Mitten auf einem Platz eine riesige Lautsprecheranlage, live Musik, meistens von einem Hochzeitsgast gesungen, Tische und Stühle und überall noch leckere Reste vom Essen.

Wir wurden sofort herbeigewinkt und eingeladen mitzufeiern. Uns beiden war es nicht so ganz wohl dabei. Wir hatten noch keinen Rappen in laotischer Währung in den Taschen, hatten also keine Möglichkeit, dem Hochzeitspaar etwas zu geben, haben da aber wohl mal wieder viel zu westlich gedacht.

Schon bald waren wir in mitten der Hochzeitsgesellschaft, haben vereinzelt mit Leuten Englisch sprechen können (teilweise erstaunlich gut) und bekamen immer wieder ein Glas Bier vorgesetzt. 16 Uhr nachmittags ohne grosses Mittagessen - wir versuchten so freundlich wie möglich, die Angebote dankend abzulehnen, denn wir wollten nicht gleich so munter wie die Hochzeitsschar sein. Denn auf den Tischen standen unzählige leere Bierflaschen, unter den Tischen lagen etwas mehr leere Bierflaschen und immer wieder wurde ein Harrass Beer Lao angeschleppt (zwar nur mit 5 % Alkohol, dafür 670 ml Inhalt pro Flasche)...

Als wir zum Tanzen aufgefordert wurden, konnten wir nicht nein sagen. Ich muss sagen, dass ich den Tanz nicht ganz durchschaut habe. In einem Kreis stehen die Männer den Frauen gegenüber, mit einer bestimmten Schrittabfolge dreht sich der ganze Kreis und mit den Händen werden auf Brusthöhe drehende Bewegungen vollführt. Berührungen gibt es nicht, auch schaut man sich nicht die ganze Zeit an. Und immer wieder wechselt man vom inneren in den äusseren Kreis und zurück. Lustig war es, auch wenn ich mir ziemlich unbeholfen vorgekommen bin.

Highlight für mich war, als ich in der Küche der einen Familie von einigen zum Mitessen eingeladen wurde. Sie sassen um einen Tisch, der nur etwa 30cm hoch ist. Auf einem Hocker kauernd schaute ich mir die Speisen an. Reis, den sie mir in einem Plastiksäckchen gereicht hatten, und verschiedene Saucen und Beilagen, teilweise in Bananenblättern, teilweise in Gefässen.

Zum Glück hatte ich tagszuvor etwas in meinem Reiseführer über die Essgewohnheiten gelesen, so dass ich nicht ganz überrascht und hilflos war. Etwas Reis (sticky rice, sehr fest klebend) nimmt man mit den Fingern der rechten Hand und formt ihn mit dem Daumen zu einem Klumpen. Danach taucht man diesen in eine der Beilagen, lädt mit dem Zeigefinger etwas Fleisch oder Gemüse auf und führt den Bissen so zum Mund. Gegessen wird nur mit der rechten Hand und auch nicht mit allen Fingern. Als ich mich mit der Essensweise vertraut gemacht hatte, konnte ich die leckeren und doch ziemlich scharfen Speisen mit jedem Bissen geniessen. Und überall erntete ich ein frohliches Lächeln (oder war das wohl ein Grinsen??).

Eingestellt von puma_1977 21:11 Archiviert in Laos Tagged backpacking

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